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23.09.2021

Den Wald klimaresilient machen

Vergangene Woche haben 25 Bürgerinnen und Bürger das Angebot des Mescheder Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen angenommen, bei einer Rundfahrt mit dem BergeBus die Borkenkäferschäden in den Wäldern rund um Meschede anzusehen.

Unter Leitung von Diplom-Forstwirtschaftler Toni Vollmer, der sich seit etlichen Jahren auf Orts- und Kreisebene bei den Grünen engagiert, wurde zunächst eine der Flächen oberhalb von Schederberge angefahren, die aufgrund des starken Befalls mit Borkenkäfern fast vollständig gerodet werden musste. Anhand der dort noch liegenden vom Käfer befallenen Stämme erläuterte Vollmer die Ausbreitung der Insekten in Fichtenwäldern. Borkenkäfer schwärmen während der sogenannten Flugzeiten aus und besiedeln neue Fichten, indem sie die Rinde anbohren. Der Baum wehrt sich zunächst durch die Ausschüttung von Harz, doch nach und nach gelingt es einzelnen Borkenkäfern, in die Rinde einzudringen und dort Eier in einem System von gebogenen Gängen abzulegen. Die Larven entwickeln sich im Holz, bevor sie dann als ausgewachsene Käfer bei der nächsten Flugzeit ihrerseits ausschwärmen.

„Durch die vom Klimawandel verursachte Trockenheit gedeihen die Larven besser und es kommt zu mehr Flügen im Jahr,“ erklärte Vollmer. „Da Borkenkäfer fast ausschließlich Fichten befallen, werden die im Sauerland so typischen Monokulturen mit steigender Trockenheit immer anfälliger. Teilweise beobachten wir sogar schon, dass die Käfer auch andere Nadelbaumarten angreifen, was sie normalerweise nicht tun würden.“

Wie man den Wald widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels und somit auch resilienter gegen Schädlinge machen kann, erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim zweiten Stop der Busfahrt. Hierbei wurde eine Waldfläche besichtigt, auf der nach der Verwüstung durch Orkan Kyrill natürliches Pflanzenwachstum zugelassen wurde. „Neben Fichten, die auch hier wirtschaftlich genutzt werden können, finden sich in diesem Waldstück bis zu 10 weitere Baumarten, sowie Sträucher und Gräser,“ so Vollmer. Solche Flächen sind nicht nur widerstandsfähig gegen den Borkenkäfer, sondern z.B. auch viel besser gegen Extremwetterereignisse geschützt als der reine Fichtenforst. Das Forstamt rät daher vermehrt den Waldbauern zu einer ähnlichen Mischbepflanzung, doch nicht immer wird dieser Rat angenommen. Die Mescheder Grünen wollen sich auch im Stadtrat für eine naturnahe Aufforstung beschädigter Waldflächen einsetzen.

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